The Pelvic Floor and Horse Riding: How Riding Affects It (And Do Kegels Really Help?) - My Riding Underwear

Reiten und Beckenboden: Stärkt oder belastet Reiten den Beckenboden?

Der Beckenboden spielt beim Reiten eine wichtige Rolle.
Er beeinflusst Stabilität, Balance und das Sitzgefühl im Sattel.

Viele Reiterinnen fragen sich deshalb:

Stärkt Reiten den Beckenboden – oder kann es ihn auch belasten?
Und sind Kegel-Übungen wirklich immer sinnvoll?

Die Wirkung des Reitens auf den Beckenboden kann sehr unterschiedlich sein. Jeder Körper reagiert anders – abhängig von Training, Sitztechnik und individueller Vorgeschichte.

Was ist der Beckenboden?

Der Beckenboden ist eine Muskelstruktur im unteren Beckenbereich.
Er unterstützt unter anderem:

  • die Blase
  • die Gebärmutter
  • den Darm

Er ist beteiligt an:

  • Kontinenz
  • Rumpfstabilität
  • Haltung
  • Körpergefühl

Wenn der Beckenboden aus dem Gleichgewicht gerät – sei es durch Schwäche oder durch dauerhafte Spannung – können Beschwerden entstehen wie:

  • ungewollter Harnverlust
  • Druck- oder Spannungsgefühl
  • Rückenschmerzen
  • Sensibilität im Intimbereich

Bei anhaltenden oder belastenden Beschwerden sollte immer eine medizinische Fachperson konsultiert werden.

Wie wirkt sich Reiten auf den Beckenboden aus?

Reiten ist eine dynamische Sportart.
Im Trab oder Galopp entstehen wiederholte Bewegungsimpulse, auf die der Körper reagieren muss.

Dabei arbeitet der Beckenboden automatisch mit. Er:

  • stabilisiert das Becken
  • gleicht Bewegungen aus
  • reagiert auf Druck im Sattel
  • koordiniert sich mit Bauch- und Rückenmuskulatur

Je nach Intensität kann das zu:

  • Ermüdung
  • stärkerem Körperbewusstsein
  • Spannungsgefühl
  • vorübergehender Sensibilität

führen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine Schwäche.

Kann Reiten den Beckenboden schwächen?

Reiten schwächt den Beckenboden nicht grundsätzlich.

Allerdings können intensive Trainingseinheiten, viel Sitzttrab oder längere Belastung den Bereich stark beanspruchen.

Auch eine ungünstige Sitzposition oder dauerhaftes „Klemmen“ mit den Oberschenkeln kann zusätzlichen Druck erzeugen.

Wie der Körper darauf reagiert, ist individuell verschieden.

Stärkt Reiten den Beckenboden automatisch?

Beim Reiten wird der Beckenboden regelmäßig aktiviert.

Für manche Reiterinnen reicht diese Beanspruchung bereits aus, um die Muskulatur funktionell zu fordern.

Gleichzeitig gilt:
Dauerhafte Aktivität ist nicht automatisch gleichbedeutend mit gesunder Kraft.

Ein Muskel kann auch überaktiv oder angespannt sein – was sich anders anfühlt als eine klassische Schwäche.

Sind Kegel-Übungen beim Reiten sinnvoll?

Kegel-Übungen zielen auf das bewusste An- und Entspannen des Beckenbodens ab.

Sie können hilfreich sein, wenn:

  • eine Schwäche vermutet oder diagnostiziert wurde
  • nach einer Schwangerschaft wieder aufgebaut wird
  • Unsicherheit bei der Aktivierung besteht

Allerdings sind sie nicht für jede Situation automatisch die richtige Lösung.

Wenn bereits ein Gefühl von Spannung oder Überlastung besteht, kann zusätzliches Anspannen die Beschwerden verstärken.

Im Zweifel ist eine individuelle Beratung durch eine entsprechend ausgebildete Fachperson sinnvoll.

Was Reiterinnen selbst beachten können

Kleine Anpassungen können helfen, den Beckenboden zu entlasten:

  • Auf eine neutrale Beckenhaltung achten
  • Nicht dauerhaft mit den Oberschenkeln klemmen
  • Trainingsintensität schrittweise steigern
  • Ausreichend Regenerationszeit einplanen
  • Den Körper ganzheitlich trainieren (Core, Atmung, Mobilität)
  • Auf angenehme Druckverteilung im Sattel achten

Fazit

Der Beckenboden wird beim Reiten gefordert – das ist normal.

Ob diese Belastung als stärkend oder als anstrengend empfunden wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Statt pauschaler Übungen steht im Vordergrund:
Körperwahrnehmung, bewusste Sitztechnik und ein ausgewogenes Training.

Beckenbodengesundheit ist Teil der sportlichen Gesundheit – auch im Reitsport.

Weitere Themen rund um Beckenboden und Reitkomfort:
Inkontinenz beim Reiten
Druckempfindlichkeit im Sattel

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte eine medizinische Fachperson konsultiert werden.

Letzte Aktualisierung: 2026

 

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Häufige Fragen

Wie wirkt sich Reiten auf den Beckenboden aus?

Reiten beansprucht den Körper kontinuierlich – insbesondere durch Druck, Bewegung und Balance im Sattel. Dabei wird auch der Beckenboden aktiviert. Je nach Intensität und Sitz kann dies zu einer stärkeren Wahrnehmung, aber auch zu Ermüdung führen.

Kann Reiten den Beckenboden stärken?

Reiten kann die Beckenbodenmuskulatur stimulieren und aktivieren. Es ersetzt jedoch kein gezieltes Training oder eine therapeutische Behandlung, wenn Beschwerden bestehen.

Können zu viele Kegel-Übungen Beschwerden verursachen?

Ja. Eine Überanspannung von bereits aktiven Muskeln kann zu erhöhter Spannung und Empfindlichkeit im Beckenbodenbereich führen.

Sind Beschwerden im Beckenboden beim Reiten häufig?

Einige Reiter berichten über Beschwerden, besonders bei intensiven Trainingseinheiten oder nach langen Ritten. Häufig hängt dies mit Druck, Reibung oder Muskelbelastung im Sattel zusammen.

Wann sollte man beim Reiten ärztlichen Rat einholen?

Wenn Symptome wie Schmerzen, Druckgefühl, anhaltendes Unwohlsein oder auch Probleme wie Inkontinenz auftreten, ist es sinnvoll, einen Facharzt oder Therapeuten zu konsultieren.